Aktiv gegen Kinderarbeit

Während eines Besuches unserer Produktionspartner in Indien Mitte 2014, bot sich uns die Gelegenheit, Mitarbeiter der lokalen NGO SAVE kennenzulernen. SAVE steht für Social Awareness and Voluntary Education. Die 121-köpfige Organisation engagiert sich, zusammen mit über 600 Freiwilligen, seit über 11 Jahren für die Rechte von Arbeitern und Frauen sowie die Vermeidung von Kinderarbeit in der Textilindustrie Indiens.

Tiruppur, das Manchester Südindiens

Die rasant wachsende Industriestadt Tiruppur in Südindien gilt als Zentrum der indischen Baumwollindustrie mit Kunden aus aller Welt. Die Infrastruktur der Stadt kann mit ihrem Wachstum jedoch nicht Schritt halten und so existiert neben einer hohen Arbeitslosigkeit und bitterer Armut auch akuter Trinkwassermangel. Verletzungen der Arbeiterrechte und Unterbezahlung stehen ebenso auf der Tagesordnung wie Kinderarbeit. Diese ist in Indien gesetzlich verboten, doch nach Schätzungen von SAVE arbeiten ungefähr 100.000 Kinder und Jugendliche bereits 14 – 16 Stunden pro Tag in unterschiedlichen Bereichen der lokalen Wirtschaft, insbesondere in den Fabriken der Textil verarbeitenden Industrie Tiruppurs.

 
 
 
 

Service to the humanity irrespective caste, class, creed and sex

Das Team von SAVE hat sich eine Gesellschaft ohne Kinderarbeit als Vision gesetzt, in der die Rechte von Arbeitern, Frauen und Kindern respektiert werden und gleiche Chancen zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens gelten. Diese Vision versucht SAVE täglich in verschiedenen Projekten aktiv umzusetzen. Damit Familien nicht auf den Verdienst der Kinder angewiesen sind, verfolgt die NGO unterschiedliche Ansätze und engagiert sich in weit gefächerten Programmen für die Rechte von Frauen und Arbeitern, um weitere erwachsene Familienmitglieder in Erwerbstätigkeit zu bringen.

  • Women Development Center (WDC)

Im WDC werden Frauen aus der Region unterstützt und ermutigt, ihr wirtschaftliche, kulturelle aber auch politische Macht und Selbstbestimmung wahrzunehmen. Das wichtigste Mittel, um dies zu erreichen, ist die Förderung von wirtschaftlichen Initiativen der Frauen durch eine Selbsthilfegruppe.

  • Labour Resource Center (LRC)

Das Labour Resource Center unterstützt die Arbeiter in den umliegenden Fabriken dabei ihre zustehenden Rechte aktiv wahrzunehmen. Durch eine sinkende Organisation der Arbeiter konnte auch ein Rückgang der Schutzmaßnahmen für die Arbeiter in den Fabriken wahrgenommen werden. Durch verschiedene Programme leistet das LRC aktiv Hilfe, damit Arbeiter ihre Anliegen selbst, zum Beispiel durch eigene Gewerkschaften, vertreten und durchsetzen können.

  • Advocacy and Policy Centre (APC)

Das APC richtet seine Aktivitäten gezielt gegen die Zwangsarbeit und moderne Sklaverei in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Ganz besonders wird gegen das Sumangali-Prinzip, welches junge Mädchen zu Zwangsarbeit in Textilfabriken zwingt, vorgegangen. Um die Mitgift für ihre eigene Hochzeit zu erarbeiten, werden junge Frauen in Indien oft für viele Jahre an Unternehmen verkauft. Mehr Information zum Sumangali-Prinzip findet ihr bei der CleanClothesCampaign

  • Vocational Training Center

Hier bekommen benachteiligte und aus ärmlichen Verhältnissen stammende Jugendliche die Möglichkeit einer berufliche Ausbildung in unterschiedlichsten Bereichen. Neben einer Ausbildung im Textil- und Modebereich können die Jugendlichen hier auch den Umgang mit Computern und die Wartung von gängigen, elektronischen Geräten wie Kühlschränken, Ventilatoren und Klimaanlagen erlernen.

  • Child Rights Cell (CRC)

Die CRC konzentriert sich besonders auf das Wohlergehen und die Rechte von Kindern. In verschiedenen Programmen werden besonders Waisen, heimatlose und aus Fabriken gerettete Kinder versorgt. So erhalten diese neben der Möglichkeit auf Bildung und einer Unterkunft auch einen Raum, um sich frei zu entfalten und zu entwickeln. Hierzu gehören zum Beispiel verschiedene Schularten, Kindergärten, Vermittlung von Plätzen in Waisenhäusern aber auch die Arbeit auf politischer Ebene um die Situation von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

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